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Zur Geschichte der Zwangsaussiedlung – „Heimatsehen“ von Karin Toben


Mit dem Buch „Heimatsehnen“ fügt sich ein weiterer Baustein zur Erforschung und Aufarbeitung der Geschichte der Zwangsaussiedlung im Amt Neuhaus ein. 
Ausgelöst durch den Fund der Briefe durch den Stapler Pastor Christian Schnabel hatte der damalige Landesbeauftragte von Mecklenburg-Vorpommern für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, Jörn Motes (1998 bis 2008) die Idee zu diesem Buch und ermunterte den Verein für Bürgerbegegnung die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen. Frau Karin Toben konnte als Autorin gewonnen werden.  Die dritte Auflage ist im Juli 2011 erschienen. Einige Restexemplare können gerne über den Verein erworben werden.


Einband des Buches 'Heimatsehnen'

Unterstützt wurde das Projekt von der Landesbeauftragten für MV für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, von der Sparkasse Lüneburg, der Gemeinde Amt Neuhaus, dem Kirchenkreis Bleckede und der Kirchgemeinde Stapel sowie von Jörg und Marie-Luise Busse. 
Der DDR-Staat schickte erstmals 1952 seine Abgesandten zu den Bauern an die Elbe, an die Grenze zwischen den beiden deutschen Staaten. An ihnen sollte ein Exempel statuiert werden; sie wurden zwangsausgesiedelt. Mit der „Aktion Ungeziefer zeigten Politik, Partei und Staatssicherheitsdienst ihre Macht, übten brutale Willkür aus. Von der Ostsee bis Thüringen waren bis in die siebziger Jahre mehr als 14.000 Menschen im Grenzgebiet betroffen. Niemand sagte den Verzweifelten und Geschockten, warum sie auf eine Reise ins Ungewisse geschickt wurden. Die Elbbauern landeten im Innern Mecklenburgs. Von dort schickten sie sehnsuchtsvolle Briefe an ihren Heimatpastor, Briefe, wie sie deutlicher die Katastrophe nicht beschreiben können. Die Autorin macht an zwanzig Familiengeschichten deutlich, dass nicht nur die Heimat an der Elbe , sondern auch ein wichtiges Stück innerer Heimat mit Vertrauen und Sicherheit brutal genommen wurde. Zu lesen ist ebenfalls das Porträt eines treuen Gemeindepastors. Auch wird durch den Historiker Rainer Potratz Auskunft über die historische Entwicklung gegeben.

Presseerklärung zur 3. Auflage des Buches „Heimatsehnen“ 

In diesem Jahr jährt sich am 13. August zum 58. Mal der Mauerbau an der innerdeutschen Grenze. Dieses menschenverachtende Bauwerk symbolisiert die Teilung Deutschlands und Europas und unterstreicht den Versuch der damaligen SED-Machthaber den Drang der Menschen nach Freiheit und Selbstbestimmung zu unterdrücken. 
Im selben Jahr kam es zu weiteren Repressalien entlang der deutsch-deutschen Grenze. Wie schon bei der ersten Zwangsaussiedlung 1952, die unter dem Namen „Aktion Ungeziefer“ bekannt geworden ist, verloren im Oktober 1961 Tausende Menschen im damaligen Sperrgebiet von der Ostseeküste bis nach Thüringen ihre Heimat und wurden Opfer der DDR-Diktatur. 
Der Verein für Bürgerbegegnung widmet sich seit Jahren der Aufarbeitung der Geschichte der Zwangsaussiedlung. Mit dem Buch „Heimatsehnen“ fügte sich 2008 ein weiterer Baustein zur Erforschung und Aufarbeitung der Geschichte der Zwangsaussiedlung im Amt Neuhaus ein. Ausgelöst durch den Fund der Briefe ehemals Zwangsausgesiedelter durch den Stapler Pastor Christian Schnabel hatte der damalige Landesbeauftragte von Mecklenburg-Vorpommern für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, Jörn Mothes, (1998 bis 2008) die Idee zu diesem Buch und ermunterte den Verein für Bürgerbegegnung die Rahmenbedingungen dafür zu schaffen. Die Journalistin Karin Toben konnte als Autorin gewonnen werden. Sie recherchierte Einzelschicksale und machte an zwanzig Familiengeschichten deutlich, dass nicht nur die Heimat an der Elbe, sondern auch ein wichtiges Stück innerer Heimat mit Vertrauen und Sicherheit brutal genommen wurde. Zu lesen ist ebenfalls das Porträt des treuen Gemeindepastors Axel Beste. Der Historiker Rainer Potratz lieferte den wissenschaftlichen Beitrag zu dieser Publikation. 


Die ersten beiden Auflagen sind bereits vergriffen, so dass der Verein mit Unterstützung des Landkreises Lüneburg und der Manzke – Friedensstiftung eine 3. Auflage herausbrachte. Die dritte Auflage ist im Juli 2011 erschienen. Einige Restexemplare können gerne über den Verein erworben werden.

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